Inklusion

Bezüge zur Menschenrechtskonvention:

Seit 2009 haben Eltern das Recht auf eine wohnortnahe barrierefreie Beschulung ihrer Kinder.
Mit der am 19.12.08 verkündeten Zustimmung des Bundesrates findet das Verfahren zur Ratifikation des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen seinen Abschluss. Die Bundesrepublik Deutschland geht damit die Verpflichtung ein, den Inhalt der Konvention in nationales deutsches Recht zu übertragen. Der für die Bildung relevante Artikel 24 der Konvention besagt z.B.:

Die Vertragsstaaten erkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung an. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen…

Bei der Verwirklichung dieses Rechts stellen die Vertragsstaaten sicher, dass

  • Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden und dass Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden…
  • Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben

Eine Schule für alle Kinder

Seit 1992 werden in der GS Am Lindener Markt Kinder in Integrationsklassen zieldifferent beschult. Den Ausschlag für diese Entwicklung gab ein Antrag von Eltern aus einer integrativen Kindertagesstätte in der Nähe der Schule.

Seither gab es in jedem Jahrgang mindestens eine Integrationsklasse. Durch die langjährige Arbeit in diesem Bereich hat das Kollegium vielfältige Kompetenzen erworben; die Erfahrungen haben die pädagogische Arbeit der Schule maßgeblich geprägt. So lautet das Schulmotto „Eine Schule für alle Kinder.“

Mittlerweile sind fast alle Klassen der Schule inklusiv, da alle Kinder in der Regel in den Klassen verbleiben, in die sie eingeschult wurden und dort ihre spezielle Förderung erhalten.

Schlussfolgerungen:

  • Frühe Förderung, besonders im Bereich des Erstlesens und Erstschreibens erscheint gerade bei Kindern mit besonderem Förderbedarf im Bereich der Lernhilfe und der Erziehungshilfe dringend geboten.
  • Die inklusive Arbeit mit Schülerinnen und Schülern in den sonderpädagogischen Förderbereichen Lernen, Geistige Entwicklung, Hören, Sprache und Körpermotirische Entwicklung  hat sich mit ausreichender sonderpädagogischer Versorgung als erfolgreich erwiesen. Wenn am Ende der Grundschulzeit weiterhin sonderpädagogischer Förderbedarf besteht, ist die inklusive Beschulung an einer weiterführenden Schule möglich.

Insgesamt zeigt die Erfahrung, dass von inklusiver Beschulung alle Kinder profitieren. Die Inklusion von Kindern mit Förderbedarf im Bereich Sozial-emotionale Entwicklung kann in enger Kooperation mit den Eltern gelingen. Hier sind Einzelfallentscheidungen in besonderer Weise geboten.

Zusammenarbeit mit der IGS Linden

Die inklusive Arbeit mit Schülerinnen und Schülern im Lernhilfebereich hat sich in Integrationsklassen mit ausreichender sonderpädagogischer Versorgung als erfolgreich erwiesen. Wenn am Ende der Grundschulzeit weiterhin sonderpädagogischer Förderbedarf besteht, ist die inklusive Beschulung an der IGS Linden in der Regel möglich. Zwischen der Grundschule Am Lindener Markt und der IGS besteht eine Kooperation, die einen möglichst gelungenen Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule ermöglichen soll. So finden beispielsweise gegenseitige Hospitationen sowohl von den Schülerinnen und Schülern als auch von den Lehrkräften statt. Fachbezogen gibt es einen Austausch über die Fachkonferenzen.